Beim Girls‘Day 2021 wirbt die Logistikbranche um mehr Interesse bei Mädchen

Klassische Männerdomänen gibt es immer seltener. Eine Ausnahme scheint die Transport- und Logistikbranche zu sein. Hier arbeiten nur rund 20 Prozent Frauen. Bei Berufskraftfahrerinnen liegt der Frauenanteil sogar nur bei 1,9 Prozent. Damit sich das ändert, gaben drei Unternehmerinnen aus Transport und Logistik beim Girls’Day 2021 lebhafte Einblicke in ihren Berufsalltag. Eingeladen hatte das UPGRADE-Projektteam zu einem digitalen Workshop unter dem Titel „Logistikerin? – Ein Einblick in die Vielfalt der Logistikbranche“.

Lange Tradition mit Schwertransporten

Mädchen und Frauen sind eine echte Rarität, wenn es um Sattelschlepper, Trucks und Güterflüsse geht. Eine, die das Geschäft von der Pike auf kennt, ist Uta Alborn, Personalverantwortliche der August Alborn GmbH & Co KG. Das Familienunternehmen wurde bereits 1891 gegründet und greift auf eine lange Tradition im Bereich des Schwertransports zurück.

Beim Girls’Day 2021 machte Uta Alborn den Anfang mit ihrem Vortrag über die Ausbildung und den Beruf der Berufskraftfahrerin in einem Schwertransportunternehmen. Die August Alborn GmbH & Co KG hat sieben Sattelzugmaschinen im Einsatz, verfügt über Autokrane und kann komplette Produktionsbetriebe verlagern. Gebannt hörten die Mädchen zu, als Uta Alborn über die Arbeit mit dem Automobilkran, über Montagen mit Hubgerüsten und die Planung von Schwertransporten auf der Straße und mit der Bahn berichtet hat.

Ein LKW namens „Bella“

Als echter Paradiesvogel der Branche präsentierte sich anschließend Christina Scheib. Sie ist selbständige Berufskraftfahrerin und präsentierte stolz ihren eigenen LKW, der auf den Namen „Bella“ hört und natürlich mit pinken Schriftzügen versehen ist. Als Frauenbotschafterin des Bundesverbands für Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) e. V. ist Christina Scheib nicht nur auf Instagram sehr engagiert. Sie beschäftigt sich auch mit Sorgen und Belangen anderer Frauen, die als Berufskraftfahrerin unterwegs sind.

Die Schülerinnen waren restlos begeistert von Scheibs Erzählungen und stellten viele Fragen. So konnte eine Schülerin kaum glauben, dass man oder frau einen LKW einfach kaufen kann und wollte dann genau wissen, welche Voraussetzungen für den Kauf zu erfüllen sind und wieviel eigentlich so ein LKW kostet.

Eine Busflotte zum Anfassen: Interesse für die Logistik geweckt

Zum Abschluss des diesjährigen Girls’Days zeigten Anja Fischer, Geschäftsführerin von TRD-Reisen Fischer GmbH & Co. KG aus Dortmund und ihr Auszubildender Lars Römmermann ganz praktische Eindrücke aus dem Berufsalltag. Was macht die Busflotte von TRD-Reisen? Was ist im Büro zu tun? Mit vielen Bildern aus dem eigenen Betrieb vermittelten sie anschaulich, wie Ausbildung und Beruf als Fachkraft in einem Fahrbetrieb aussehen.

Die Schülerinnen staunten nicht schlecht und erlebten manche Überraschungen rund um die unterschiedlichen Logistikberufe. Auch die drei Unternehmerinnen freuten sich über den Austausch mit den Schülerinnen und waren positiv überrascht, wie rege sich die Schülerinnen beteiligt haben. Hannah Morawietz, vom UPGRADE-Projektteam, war mit dem digitalen Girls’Day-Workshop rundum zufrieden: „Es war schon toll, wie die Unternehmerinnen die Mädchen mit ihren Erzählungen immer mehr begeistert haben. Ich bin sicher, wir konnten heute bei einigen von ihnen das Interesse für die Logistikbranche wecken.“ Und wer weiß, vielleicht rollen in Dortmund und Umgebung bald ja mehr pinke Trucks über die Straßen.